Tourismus im Spanien-Lexikon

Als auf den Balearen der Tourismus noch „in den Kinderschuhen“ steckte

Mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts zog es die Menschen eigentlich bereits schon auf die Balearen, die vom spanischen Festland nur knapp, bzw. wenige hundert Kilometer entfernt liegen. Es war dabei vor allem Mallorca, die größte der Baleareninseln, die die Menschen schon damals regelrecht in ihren Bann zog. Als die ersten Touristen kamen, steckten die Balearen gerade in einer tiefen wirtschaftlichen Krise. Die Einheimischen begrüßten die ersten Touristen dabei von vorneherein recht herzlich. Grund dafür war, weil man auf den Balearen schon recht früh erkannte, dass der Tourismus wohl recht einträglich ist und ein „Geschäft der Zukunft“ sein kann. - Die heutige Wirtschaft der Balearen ist nun stark vom Tourismus abhängig. Es sind vorwiegend Deutsche, Briten und Skandinavier, die dabei Jahr für Jahr die Inseln bevölkern. Ein vorübergehendes Ende setzte der Spanische Bürgerkrieg dem Tourismus auf den Balearen. Dieser endete jedoch bekanntlich mit der Machtübernahme von General Franco. Der 2. Weltkrieg verhinderte dabei anschließend, dass auf den Balearen der Tourismus weiter ausgebaut werden konnte. Aber Anfang der 1950er Jahre kamen die ersten Touristen wieder auf die Balearen. In den 1960er Jahren waren es die Hippies und Aussteiger, die – vor allem Mallorca – für sich entdeckten. Erst in den 1970er Jahren ging der Pauschalurlaub auf den Balearen los, zunächst auf Mallorca, später auch auf den übrigen Inseln. In den 1980er Jahren setzte dann ein Bauboom ein, wobei zahlreiche Touristenzentren regelrecht innerhalb von kurzer Zeit „aus dem Boden gestampft“ wurden. Vor der Wiedervereinigung nannten zahlreiche Deutsche Mallorca das 10. Bundesland der Bundesrepublik Deutschland.

Der Tourismus und die Bewohner der Balearen

Als im 19. Jahrhundert die ersten Touristen auf die Balearen kamen, wurden diese von den Einheimischen herzlich empfangen. Viele erkannten bereits damals, dass der Tourismus ein „Geschäft der Zukunft“ ist und investierten bereits schon damals viel Geld und Liebe in die Ausgestaltung von Gästezimmern und Möglichkeiten Touristen ihr Insel nahe zu bringen. Heute hingegen ist der Tourismus auf den Balearen ein eher zweischneidiges Schwert. In einigen Orten spricht man darüber nicht sehr gerne. – Dabei steht unzweifelhaft fest, dass der Tourismus insbesondere ab den 1970er Jahren viel Geld in die Kassen brachte. Die Arbeitsplätze von vielen Inselbewohnern hängen dabei heute direkt, oder indirekt vom Tourismus ab. So bringen die Touristen zum Beispiel einem Einzelhändler in der Saison viel Geld, in der Nebensaison jedoch kann es sein, dass er „von der Hand in den Mund“ lebt. Es ist gerade die Abhängigkeit vom Tourismus, die vielen Inselbewohnern dabei immer mehr „ein Dorn im Auge“ wird. Darüber hinaus haben viele Inselbewohner auch den Eindruck, dass einige Touristen die Inseln als riesigen Vergnügungspark sehen, auf dem sie sich nach Belieben austoben können. – Die Zerstörung der Umwelt inbegriffen. Zahlreiche Inselbewohner haben dabei aber auch kein Verständnis mehr für die Touristen, die zu Tausenden zum Beispiel nach S´ Arenal kommen und dort sich bis zur Bewusstlosigkeit betrinken, oder aber Schlägereinen anzetteln, in die auch Einheimische verwickelt werden könnten. Es ist daher nicht verwunderlich, dass man in den Straßen in den Touristikzentren kaum Einheimische trifft, außer denen, die eben dort arbeiten. Willkommen sind den Einheimischen eher die Art Touristen, die auch ein Stück weit die Natur der Balearen und die Kultur der Menschen kennen lernen möchten.

Die Balearen und die Entwicklung des Tourismus ab dem 19. Jahrhundert

Wie die Balearen zu einem Touristenzentrum der Extraklasse werden konnte, ist nur sehr wenigen Menschen bekannt. Viele kennen die Spanien vorgelagerte Inselgruppe nur in Zusammenhang mit Ballermann 6. – Wie aber konnten die Balearen werden, was sie heute für die Touristen sind? - Die Geschichte des Tourismus auf den Balearen beginnt dabei lange nachdem Spanien keine überlegene Seemacht mehr war. Nicht nur für den Tourismus auf den Balearen war dabei das 19. Jahrhundert entscheidend, sondern auch für ganz Spanien, damit es das werden konnte, was es heute ist. Die ersten Touristen kamen auf die Balearen nämlich bereits im 19. Jahrhundert. Mit dem Beginn des Spanischen Bürgerkrieges jedoch endete vorläufig die Geschichte des Tourismus auf den Balearen. Der anschließende 2. Weltkrieg konnte dabei auch nicht zu einer Wiederbelebung führen. Erst in den 1950er Jahren kamen die ersten Touristen wieder auf die Balearen – und mit ihnen die Pläne der neuen Regierung Spaniens unter General Franco, der den Tourismus als Chance sah Spanien ein Stück weit aus der Isolation herauszuführen, in die es durch seine Machtübernahme geraten war. Die Monarchie wurde in Spanien zwar 1931 abgeschafft, jedoch holte sich Franco Ende der 1960er Jahre Juan Carlos aus dem Exil und machte ihn schon zu Lebzeiten zu seinem Nachfolger. Auf den Balearen waren zu dieser Zeit Hippies zu Gast und auch Aussteiger aus aller Welt entdeckten die Sonneninseln unweit vom spanischen Festland entfernt für sich. 1975 starb Franco und Spanien wurde zu einer Demokratie, was natürlich auch dem Tourismus auf den Balearen neuen Auftrieb gab. Der Massentourismus setzte schließlich ein. In den 1980er Jahren folgte ein Bauboom.

Der Tourismus auf Menorca

Im Jahr 1993 wurde die Baleareninsel Menorca zu einem Biosphärenreservat erklärt. Die Insel steht heute zur Hälfte unter Naturschutz. Dadurch, dass Menorca für den Tourismus erst recht spät erschlossen wurde, entging die Insel dem Bauboom der 1980er Jahre weitgehend und musste nicht die Zerstörung seiner ursprünglichen Siedlungen hinnehmen. Die Strände sind weitgehend unbebaut und ursprünglich. Die Touristenunterkünfte auf Menorca sind dabei weniger klotzig und großzügiger ausgelegt, als auf den Nachbarinseln Mallorca und Ibiza. Hauptort im Bezug auf den Tourismus ist Maó. Sie ist auch ansonsten die wichtigste Stadt auf der Insel – weil auch Hauptstadt. Dabei hat Maó selbst keine Strände, ist aber für Menschen, die gerne bummeln und einkaufen gehen, ein Eldorado. Für den Tourismus sehr wichtig ist der Flughafen. Dieser liegt rund 10 km südwestlich von Maó. Auf diese Weise ist der Tourismus auf Menorca auch vor allem für Natur- und Kulturtouristen interessant, aber auch Menorca ist heute Badezielort für zahlreiche Urlauber, insbesondere Familien mit Kindern kommen hierher. Die Strände auf Menorca sind aber recht unterschiedlich von ihrer Beschaffenheit her. – Der Sand an der Nordküste der Insel ist dabei eher dunkel und grobkörnig, der an der Südküste hell und fein. Aber nicht nur wegen dem Aussehen des Strandes bevorzugen Urlauber eher die Südküste für einen Badeurlaub auf Menorca. Eine Rolle spielt auch der starke Nordwind, der doch recht stark blassen kann. - Ideale Voraussetzungen hingegen für Surfer. Das dortige Eldorado liegt dabei bei Fornells. Einer der Orte, die am beliebtesten sind bei den Touristen ist Punta Prima. Hier findet sich ein feiner flach abfallender Sandstrand, aber auch viele Einkaufsmöglichkeiten.


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