Orotava-Tal im Spanien-Lexikon

Im Norden von Teneriffa erstreckt sich oberhalb von Puerto de la Cruz das Valle de la Orotava. Mit seinen gigantischen Ausmaßen von etwa zehn mal elf Kilometern erinnert es weniger an ein Tal als an ein gewaltiges Plateau, das allmählich ansteigt. Das Zentrum des Orotava-Tals nimmt die Stadt La Orotava ein.

Berühmt wurde das Orotava-Tal durch die Reisebeschreibungen Alexander von Humboldts. Heute präsentiert sich dieser Landschaftsstrich allerdings anders, als Humboldt ihn erlebte. Die unteren Regionen des Valle de la Orotava entwickelten sich zu einem dicht besiedelten Raum: Orte und Urbanisationen reihen sich aneinander. Das Häusermeer unterbrechen immer wieder üppige Bananenplantagen. In Höhen über 400 Meter werden sie durch Felder, auf denen Wein, Gemüse, Obst und Kartoffeln angebaut werden, abgelöst. Den farbenprächtigen Rahmen schaffen das ganze Jahr über blühende Pflanzen. Dennoch wirkt die Landschaft im Winter etwas kahler, da die wenigen Laubbäume ihre Blätter abgeworfen haben. Einen Ausgleich schaffen dann jedoch die hohen buschartigen Weihnachtssterne.

Das landwirtschaftlich intensiv genutzte Gebiet grenzt an einen dichten Waldgürtel. Bis in 2000 Meter Höhe gedeihen hier Kanarische Kiefern und Baumheide. Danach beginnt die vegetationsarme Landschaft der Caldera de las Cañadas.

Das Orotava-Tal ist ein leicht zugängliches und abwechslungsreiches Wandergebiet. Zahlreiche Wege wurden angelegt und sind meist gut beschildert. Aussichtspunkte, Rastplätze, Restaurants und Schutzhütten laden zum Verweilen ein. Viele der Ausgangspunkte für Wanderungen sind auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen.

Eine herrliche Aussicht auf dieses grüne und fruchtbare Tal hat man vom Mirador Humboldt, der an der Straße aus dem Tal nach Puerto de la Cruz liegt. Auch die Stadt Puerto de la Cruz kann man überblicken. Auf einem Gedenkstein ist eine Äußerung Alexander von Humboldts über die Schönheit des Orotava-Tals eingemeißelt.


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