News vom 31.07.2010

Stierkampf in Katalonien verboten

Die Debatte darüber, ob der Stierkampf eine sadistische Tierquälerei oder wertvolle Tradition ist, wurde von den separatistischen Katalanen erneut angeheizt. Nun hat Katalonien als erste Region des spanischen Festlandes mit einer klaren Mehrheit den Stierkampf verboten. Bislang war der Stierkampf 1991 nur auf den Kanaren verboten worden. Am Mittwoch votierten 68 Abgeordnete in Barcelona für das Verbot, während 55 dagegen stimmten und sich neun Abgeordnete enthielten. Damit finden zukünftig in der wirtschaftsstärksten Region Spaniens keine Stierkämpfe mehr statt. Zudem wird die letzte noch erhaltene Stierkampfarena Kataloniens in Barcelona geschlossen. Jährlich wurden hier 15 Kämpfe veranstaltet, wobei die Arena jedoch selten ausverkauft war. Dieser Trend setzt sich im ganzen Land fort, denn in ganz Spanien ist die Zahl der Stierkämpfe in den vergangenen Jahren auf rund 1000 pro Saison gesunken. Das es endlich zu einem Verbot von Stierkämpfen in Katalonien gekommen ist, ist ein historischer Sieg für die Tierschützer in Spanien. Losgetreten wurde die Debatte im Parlament durch einen entsprechenden Antrag der Tierschutzinitiative „Prou!“, übersetzt „Es reicht!“. Die Initiative hatte Ende 2009 mehr als 180.000 Unterschriften für ein Volksbegehren für das Verbot von Stierkämpfen gesammelt. Man darf bei allem Erfolg für die Tiere aber nicht vergessen, dass der Stierkampf mit 40.000 Arbeitsplätzen verbunden ist und damit einen wichtigen Wirtschaftssektor darstellt. Daher wollen nun Befürworter des Stierkampfes das Verfassungsgericht in Madrid anrufen. Zudem gab es Demonstrationen vor dem Regionalparlament in Barcelona.

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