News vom 11.03.2010
Spanien plant Reform des umstrittenen Antidoping-Gesetzes
Die Süddeutsche berichtet heute auf ihrer Webseite über die geplante Reform des umstrittenen Antidoping-Gesetzes in Spanien. Das Ziel der Reform sei vor allem eine bessere Zusammenarbeit zwischen der Justiz und den Sportverbänden, so kündigte Sport-Staatssekretär Jaime Lissavetzky in Medienberichten an. Die Verbände sollen in Zukunft Zugang zu Beweisen aus den Ermittlungen gegen dopingverdächtige Sportler erhalten. Weitere Details nannte Lissavetzky jedoch nicht.
Mit diesem Schritt reagiert Spanien offenbar auf die internationale Kritik nach der Aufdeckung des großen Doping-Skandals im Radsport 2006. Die spanische Justiz hatte sich bis zuletzt geweigert, die Blutbeutel aus dem Labor des Doping-Arztes Eufemiano Fuentes herauszugeben. Damit können internationale Sportverbände keine Dopingsperren gegen die in den Skandal um die „Operacian Puerto“ wahrscheinlich verwickelten Radprofis verhängen. Beantragt wurde die Herausgabe der Beweismittel u.a. von der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada), dem Radsport-Weltverband UCI und dem spanischen Radsportverband.
Bei der „Operacian Puerto“ hatte die spanische Polizei im Mai 2006 rund hundert Blutproben sichergestellt. Dabei gerieten rund 50 Radprofis unter Dopingverdacht. Unter ihnen befand sich auch der Tour-de-France-Sieger von 1997, Jan Ullrich,. Auch der frühere Giro-d´Italia-Sieger Ivan Basso stand unter Dopingverdacht, ebenso spanische Stars wie der Tour-de-France-Sieger Alberto Contador oder Alejandro Valverde. Alle Profis, bis auf Basso, der ein Teil-Geständnis ablegte, bestritten die Dopingvorwürfe.



